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Gschell
spätes 17. JH.
In Rottweil als Narr bezeichnet.
Larve
Geprägt von der Barockzeit und als Glattlarve bezeichnet. Stellt ein feines Männergesicht dar. Das Material ist Lindenholz. Untergrund für die Fassung ist Kreidegrund (Fassung = Bemalung). Die Fassung wird mit Ölfarbe gemacht und erhält einen transparenten Schutzanstrich (Firnis).
Kränzle
Es umrahmt die Larve und ist aus hellen Rosshaar. Es wirkt wie eine barocke Perücke. Zwei kleine Spiegel sind als Zeichen der Schlauheit angebracht. Seidenbänder, die in Schlaufen gelegt sind, verzieren das Kopfstück.
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Narrenkleid
Ist aus grober Leine geschneidert. Die Bemalung besteht aus Ölfarbe.
Haube
(Gugel, Kopfbedeckung des Volkes), bemalt mit drei Köpfen frontal. Am Rand ist sie mit kleinen blauen Bögen begrenzt. Dies erinnert an die Begrenzung von barocken Bildern. Drei Fuchsschwänze (Zeichen der Schlauheit) sind oben an der Haube angesetzt.
Kittel
Erst im 19. Jh bekam das Gschell einen Kittel. Vorher wurde ein weißes Hemd getragen. Hat die Form eines Spenzers, der am Bund eine gefaltete Rüsche aufweist. Bemalt am Rücken mit Bacchus oder Sonne, an den Armen mit Vögeln oder Blumen. Der Bund und die Enden der Ärmel sind auch mit Bögen bemalt.
Hose
Ist weit und pluderig geschnitten. Bemalt mit 4 Figuren frontal, die von Efeu umrankt sind. Die Figuren sind auch von der Front gemalt.
Glocken:
Erinnern an Eselsglocken. Sie sind aus Stahl und Leder gefertigt. 6 Riemen mit ca. 48 Glocken werden beim Gschell getragen. Das Gewicht liegt zwischen 11kg und 20 kg.
Foulard
3 Tücher, die am Kitteln in der Höhe des Brustbeines befestigt sind: sie zieren den Narren.
Narrenwurst
Ist aus Leder gefertigt und mit Roßhaar gefüllt. Sie ist ein phallisches Symbol oder ein Symbol, das die fleischliche Lust darstellt.
Weiteres Zubehör
- weiße Handschuhe
- schwarze Schuhe
- weiße Fliege
- Korb zum Tragen der Brezeln, Mandarinen und Süßigkeiten die zum Auswerfen und schnupfen lassen gebraucht werden. Schnupfen = Überreichen einer Kleinigkeit
- Schnupfdose
- Narrenbuch zum Aufsagen der Narrenstückle
- Narrenschere zum Necken oder zum Übergeben von Kleinigkeiten
Bemalung
es sind alles alte Motive wie Tiroler und Türken. Türkenmotive kommen aus der Zeit der Türkenkriege. Es waren Heiden und Gegner der Christen, die man verspottete. Tirolermotive erinnern an den Freiheitskämpfer Andreas Hofer.
Sonderform
Der Bettelnarr mit nur einem Exemplar. Er ist bekleidet mit einem alten Gschellanzug, einer beschädigten Gschellarve und einem Katzenschwanz an Stelle der drei Fuchsschwänze. Er trägt nur einen Glockenriemen mit einer Glocke und hat über der Schulter einen "Somasack" hängen.
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Biß
Ende 18 JH.
Das Biß ist eine Abwandlung des Gschell.
Larve
stellt ein rauhes Männergesicht mit einem stark ausgeprägten Mund, Lippen und Zähnen dar. Es hat nur einen Fuchsschwanz, aber dafür einen Boschen auf dem Hütle (Boschen = ein Staubwedel aus den Federn von Hühnen).
Glocken:
ein großes Biß hat bis zu 8 Riemen.
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Fransenkleid
Ende 18 JH.
Im Stil des Rokoko.
Larve
stellt ein liebliches Frauengesicht dar.
Kränzle
Roßhaar schwarz mit zwei Spiegele.
Narrenkleid
Ist angelehnt an eine Husarenuniform. Es ist aus Satin, Kord oder Wollstoff. Farben: Rot, Grün, Blau, besetzt mit vertikalen Fransen, die in den Farben zum Kleid passend aufgenäht sind.
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Haube
besetzt mit Fransen, Dreispitz mit Zylinder in der Mitte, am Rand sind schwarze Fransen und Pompons.
Kittel
Hat einen schwarzer Samt Brusteinsatz besetzt mit Silberlitzen. Der Ärmel endet mit schwarzen Stulpen, die mit Silberlitzen wie an einer Uniform verziert sind. Am unteren Rand sind Pompons und schwarze Fransen.
Hose
ist eine weit geschnittene Überfallhose, die an der Seite meist einen Samtbesatz hat.
Glocken
an schwarzen Lederriemen befestigt. Es werden insgesamt 4 Riemen getragen.
Foulard
3 Stück.
Narrenwurst
dunkel und kleiner als beim Gschell. Attribute wie bei Gschell.
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Federahannes
Könnte deutlich vor 1700 entstanden sein.
Larve
Derbes Männergesicht mit gefletschter Mundpartie. Zwei Hauer kommen aus den Mundwinkeln. Das Rollkinn (Volute) stammt aus dem Barock. Sie wurde in der Zeit bis etwa 1770 als typisch barockes Stilmittel eingesetzt, wobei der eigentliche Ursprung der Volute als gestaltendes Mittel viel weiter in die Vergangenheit reicht. Alte Larven haben ein ausgeprägtes, nach oben gebogenes Kinn.
Kränzle
Rosshaar schwarz.
Narrenkleid
Aus Rupfen, Wollstoff, Kord mit weißen Gänsefedern besetzt. Farben: Braun, Rot, Blau und Grün.
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Haube
Ist mit Federn und Borten besetzt. Der Hut ist ein Dreispitz aus schwarzem Filz. Er trägt einen Gänseflügel als Zier.
Hose
Normale Hose mit Federn besetzt.
Foulard
3 Stück.
Stecken
Eine ca. 2m lange Holzstange, die am Ende ein Kalbsschwänzle hat. Er dient zum Springen und zum Necken der Zuschauer.
Weiteres Zubehör
Krawatte schwarz, weiße Handschuhe und schwarze Schuhe.
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Schantle
vermutlich vor 1700.
Der Alte Schantle war bis ca. 1842 mit einem Straßenanzug und Besen unterwegs. Er wurde im 19. Jh verboten. Viktor Gassner rief ca. 1860 den heutigen Schantle ins Leben. Es entstand ein edler Schantle mit Gehrock oder Umhang. Er hat statt dem Besen einen Stock oder einen Sonnenschirm bei sich.
Larve
kräftiges Männergesicht mit Falten und zum Teil Warzen. Es gibt Einzelstücke, wie Ronny (mit Bart), Briekere (weinende), Lachere.
Kränzle
Rosshaar schwarz.
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Narrenkleid
aus Rupfen, Samt (Bezug eines Sofas), grobes Tuch. Farbe: Braun, dunkelrot, dunkelblau, dunkelgrün.
Haube
ist mit Borten und Kokarden besetzt oder er ist bestickt. Ein schwarzer Dreispitz wird als Hut getragen.
Kittel
ist mit Borten (z. B. Bierbrauer Stern) und Kokarden besetzt oder er ist bestickt. Am Ärmel sind Stulpen als Abschluss.
Hose
am Saum besetzt mit einer Borte.
Foulard
3 Stück.
Weiteres Zubehör
Sonnenschirm, Stock oder Sauglocke. Wie bei den anderen Narren.
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Guller
Schiermaiers Guller.
Name: Vermutlich war ein Besitzer Scheuermeister. Erster Beleg aus dem Jahre 1861. Hinweise auf einen Hahnenreiter finden sich auf einer Stuhlwange im Rottweiler Münster (1703). Jetziges Aussehen seit 1907.
Larve
Männergesicht, das an einen Hahn erinnert.
Narrenkleid
cremefarbener grober Stoff. Enge Hose und kurzer Kittel.
Guller
angefertigt aus Meerrohr, Seegras, Rupfen, Holz und Stoff und mit braunen Federn besetzt. Schwanz aus Drähten die mit schwarzen Federn besetzt sind. Gamaschen, aus Leder die Sporen und Hahnenfüße angesetzt haben.
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Rößle
Name: Brieler- Rößle. Die Knechte eines inzwischen untergegangenen Weilers mit dem Namen Briel östlich von Rottweil zogen zur Fasnetszeit mit einem Rößle in die Stadt. 1821 erwähnt. Benner- Rößle: Sattlermeister Benner, könnte ca. 1848 ein Rößle hergestellt haben.
Aussehen
könnte ein Korb mit einem Loch oder ein aus Holz gefertigtes Rössle gewesen sein, das mit Riemen getragen wurde. Es war vermutlich ohne Treiber unterwegs.
Treiber
jetziges Aussehen: vermutlich erst um 1900. Wie Schantle mit Umhang. Meist ist ein Treiber schwarz, einer rötlich.
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Attribute
aus Rupfen, Samt (Bezug eines Sofas), grobes Tuch. Farbe: Braun, dunkelrot, dunkelblau, dunkelgrün.
Peitsche
Peitsche aus Weidenstecken (wie Fuhrleute). Am Ende ist ein Riemen (Schlinge) aus Leder angebracht. Am Ende der Schlinge ein Zwick (Schuhbändel) angebracht, der den Knall beim Peitschen erzeugt. Mit der Peitsche wird geknallt und das Rößle durch die Stadt getrieben.
Rößle
Die Larve ist eine Mischung aus Mann und Frau, der Ausdruck wirkt etwas erschrocken. Die Larve des Alten Schimmels ist ca. um 1700.
Haube
wie beim Schantle, jedoch ist am Hut ein Gänseflügel angebracht. Farbe Gelb.
Umhang und Hose
Farbe Gelb, zum Teil mit Stadtadler bestickt. Das Rößle ist einem Pferd nachgebildet, meist ein Schimmel. Eine Besonderheit ist der "Fuchs", der mit einem braunen Fell bezogen ist.
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Narrenengel
Der Narrenengel hat Bezug zu den Engelsgesellen der Reichsstadtzeit.
Larve
Ähnlich einem Schantle, aber nicht sehr geistreich.
Kränzle
Geraffter, rot- weißer Stoff mit 2 Spiegeln und Bändern besetzt.
Narrenkleid
Wolltuch in den traditionellen Farben der Stadt, Rot und Weiß.
Kittel
Rot- Weiß, mit Bändern und Fransen besetzt.
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Haube
Rot Weiß mit Borten und Fransen besetzt. Hut in Form eines Dreispitzes.
Hose
Rot- Weiß.
Foulard
3 Stück.
Schärpe
Rot- Weiß.
Tafel
Mit Aufschrift: Niemand zu Leid - Jedem zur Freud.
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© 2010 Narrenzunft Rottweil
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